| Das über 27 000
Quadratmeter große Grundstück auf dem
sogenannten Garatshauser Mühl- oder
Müllerbergl, das früher den Namen Kalvarienberg
trug, wurde 1857 von Oberstabsarzt Dr. Ludwig
Loé erworben, der 1865 das Landhaus errichtete.
Vorher stand an dieser Stelle eine kleine
Feldkapelle, in der der gekreuzigte Heiland und
die zwei Schächer beinahe lebensgroß
dargestellt waren. 1884 ging das Anwesen an
König Franz von Neapel. Hans Albers kaufte im
Jahre 1933 das Anwesen, das bis zu diesem
Zeitpunkt die jeweiligen fürstlichen
Schloßverwalter des Garatshausener Schlosses
bewohnten. Der Volksschauspieler verbrachte hier
gern die von Dreharbeiten und Bühnenengagements
freie Zeit. Nach seinem Tod im Jahre 1960
beanspruchten zunächst die drei Hamburger
Schwestern das Garatshausener Anwesen. Die
Lebensgefährtin von Hans Albers, Hansi
Burg-Blydt, wurde erst nach jahrelangen
Erbstreitigkeiten alleinige Eigentümerin. Sie
verkaufte 1971 das gesamte Areal an den Freistaat
Bayern, der es 1978 dem
Landwirtschaftsministerium übertrug. Seither
betreibt hier die Bayerische Landesanstalt für
Fischerei ihre Versuchs- und Ausbildungsstation
für Seenfischerei. So wird beispielsweise in
Garatshausen die Renkenpopulation im Starnberger
See untersucht. Auszubildende im Fischereiberuf
lernen das Setzen und Heben von Netzen, Reusen
und anderen Fanggeräten und die Verarbeitung
ihres Fangs. Räucherkurse und
Fortbildungsveranstaltungen zum Thema ,,Fisch in
der Küche" gehören ebenfalls zum
Standardprogramm in Garatshausen.
Mit
einem Kostenaufwand von mehr als 170 000 Mark
wurde 1997 ein naturnah gestalteter (Stich-)Wanderweg
mit Aussichtsplatz angelegt, der mitten in das
weitläufige Gelände führt und die freie Sicht
auf das Anwesen, auf das von Hans Albers erbaute Bootshaus
und den Starnberger See
eröffnet.
Erstmals
im Oktober 2004 berichteten die Medien, daß der
Freistaat Bayern beabsichtigt, die
Hans-Albers-Villa mitsamt dem großen Grundstück
am Westufer des Starnberger Sees zu verkaufen.
Weitere Berichte verkünden im Dezember 2007,
daß beim geplanten Verkauf des Anwesens
wenigstens die Uferflächen im Eigentum des
Freistaats Bayern verbleiben sollen. Die Frage,
ob das Seeufer an dieser Stelle für die
Bevölkerung frei zugänglich gemacht wird,
bleibt jedoch vorläufig unbeantwortet. Seit dem
Bekanntwerden der Verkaufsabsicht zeigen
vornehmlich wohlhabende Privatleute immer wieder
starkes Interesse an dem herrlich gelegenen
Seegrundstück. Der Wert der Hans-Albers-Villa
wird zwischen 6 Millionen (2004) und 11 Millionen
(2008) geschätzt. Feldafings Bürgermeister
Bernhard Sontheim machte den lobenswerten
Vorschlag, in dem früheren Wohnsitz des
beliebten Volksschauspielers ein
,,Hans-Albers-Gedenkmuseum" einzurichten. Am
04.05.2010 berichtet Merkur-Online.de, daß der
Kulturverein Garatshausen Park und Villa der
Öffentlichkeit in Gänze zur
Verfügung stellen möchte. Nachfolgend weitere
aktuelle Zeitungsberichte.
25.07.2010
- Hans Albers Villa: Teurer Ladenhüter für den
Freistaat
Bis zu zehn Millionen
Euro erhofft sich Bayern durch den Verkauf der
Hans-Albers-Villa in Feldafing. Doch wer soll das
Anwesen kaufen?
Mehr als 100 Filme hat Hans Albers (1891
bis 1960) der Nachwelt hinterlassen, Hits wie
"Auf der Reeperbahn nachts um halb
eins" oder "La Paloma" sind zu
vorgerückter Stunde auch 50 Jahre nach seinem
Tod noch immer schwer angesagt. Doch das
offizielle Gedenken an den beliebten Schauspieler
ist bescheiden: Auf St. Pauli gibt es den
Hans-Albers-Platz nebst Statue, in seiner
Wahlheimat Garatshausen die Hans-Albers-Straße.
Kurios aber mutet ein seit nunmehr gut 20 Jahren
währender Streit um die 280 Quadratmeter große
Albers-Villa zwischen dem Freistaat Bayern und
der Gemeinde Feldafing an ...
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(Süddeutsche.de)
21.10.2010
- Gemeinde Feldafing: Streit um Zukunft der
Albers-Villa
Die
Gemeinde Feldafing will bei der Nutzung des
Seeufer-Grundstücks mitreden.
Es sind widerstreitende Interessen, die
in der Diskussion über die Zukunft der
Hans-Albers-Villa in Garatshausen deutlich
werden. Der örtliche Kulturverein würde das
Gelände, das direkt am Seeufer liegt, am
liebsten für kleines Geld kaufen und ein Museum
für den "blonden Hans" einrichten. Der
Freistaat, dem das Gelände gehört, will es aber
möglichst gewinnbringend versilbern. Und die
Gemeinde Feldafing will wiederum verhindern, dass
dort große Neubauten errichtet werden ...
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(Süddeutsche.de)
27.10.2010
- Gemeinde Feldafing: Problematisches
Liebhaber-Objekt
Der Kalvarienberg ist
ein Schnäppchen. Für einen Euro wird die
Gemeinde Feldafing dem Freistaat die Sakralanlage
abkaufen. Ein ähnliches Geschäft sähen viele
gerne, wenn es um die Albers-Villa geht.
"Ich mache keinen Hehl daraus,
dass wir für dieses Liebhaber-Objekt eine
ordentliche Summe erzielen wollen, sagt
Dieter Knauer. Der Geschäftsführer der
Immobilien Freistaat Bayern bezeichnet das
Angebot des Kulturvereins Garatshausen, ein
weiteres Ein-Euro-Geschäft abzuwickeln, als
nicht diskussionsfähig.
Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim
glaubt indes, dass die Villa längst unter
Denkmalschutz stehen würde, wenn sie nicht
Eigentum des Freistaats wäre....
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(Merkur-Online.de)
15.01.2011
- Freier Zugang zum Starnberger See: Streit um
Uferweg am Albers-Grundstück
Landrat Roth will der
Öffentlichkeit in Garatshausen einen weiteren
Zugang zum See ermöglichen, doch der Freistaat
Bayern ziert sich noch.
Landrat Karl Roth geht in Sachen
Albers-Villa auf Konfrontationskurs zum
Freistaat. Während Letzterer die Villa des
"blonden Hans" mitsamt Seezugang
veräußern will, fordert Roth einen
öffentlichen Uferweg und steht auf dem
Standpunkt: "Der Freistaat Bayern sollte mit
gutem Beispiel vorangehen. Was er von seinen
Bürgern fordert, sollte er zu allererst
selbst erfüllen."
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(Süddeutsche.de)
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